Dreckweg

Woher kommen eigentlich die Ausdrücke „unordentlich wie ein Schwein“, „hier sieht es aus, wie in einem Saustall“ oder einfach nur „versaut“? Wohl kaum weil „Sau“ auch in „Sauberkeit“ vorkommt.
Wenn ich mir täglich verschiedenste öffentliche Plätze ansehe, tun mir die armen Viecher leid, dass sie mit solchem Dreck in Verbindung gebracht werden. Zerfetzte (Gratis-)Zeitungen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder achtlos weggeworfene  Getränkeflaschen/-dosen sind leider bereits ein gewohntes Bild im Alltag.

Gut, bei den Zeitungen gibt es bekanntlich zwei Meinungen: Einerseits die Fahrgäste die meinen, dass sie die tägliche Lektüre ausgelesen haben und somit dem nächsten Fahrgast überlassen. Andererseits die Wiener Linien, die hingegen darauf pochen, dass man auch die gelesenen Blätter mitnehmen und entsprechend entsorgen sollte.
Aber irgendwie kommt das Papier ja anscheinend trotzdem auf den Boden.

Aber beim Müll der auf bzw. neben den Straßen zu finden ist gerate ich in Erklärungsnot. Am Gehsteig, auf Stiegen in Wohnsiedlungen, auf Grünflächen, unter Sträuchern… wohin man blickt sieht man Dosen, Flaschen, sonstige Verpackungen von Essen, etc, etc…

Viel zu sorglos geht jeder mit Müll um. Man sieht es beispielsweise in Waschräumen oder Toiletten: Leute reißen Papier aus dem Spender, trocknen sich die Hände ab und werfen es weg. Im Idealfall landet es im Papierkorb – wenn nicht lässt man es halt meistens liegen. Oder wieviele machen sich die Mühe, heben es auf und entsorgen es fachgerecht?

Oder wenn ich an Kaugummis unter Tischen und  Bänken denke kommt mir das Kotzen. Fast Food Verpackungen auf Autobahnen, alte Farbdosen in Wäldern, leere Zigarettenschachteln am Gehsteig,… WÜRG!

Wenn nur jeder seinen kleinen Teil dazu beiträgt, würde alles viel lebenswerter werden und man müsste sich nicht ständig ärgern.

Verhindern wird man nie können, dass unser Planet nach und nach verdreckt. Aber was kann man tun, um alles ein klein wenig lebenswerter zu machen?

Vor allem sollten Eltern ihren Kindern ein Vorbild sein und sie von klein auf zu Sauberkeit und Ordnung erziehen. Kostet nichts und tut keinem weh.

In Wien gibt es die Waste Watcher – prinzipiell eine sehr gute Idee. Die sind in der Stadt unterwegs und machen „unordentliche Menschen“ auf ihr Fehlverhalten aufmerksam.
Ich hab die persönlich nie wahrgenommen und auch eine Umfrage eines Radiosenders bestätigte mein Empfinden. Aber anscheinend gab es Erfolge zu verzeichnen. Nur erscheint die Anzahl (50 in ganz Wien) auf den ersten Blick sehr niedrig (bei über 1,7 Mio Einwohnern).

Mehr Mülleimer? Ich glaub fast nicht, dass das nötig ist – denn ich kann mich nicht an einen überfüllten in letzter Zeit erinnern. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, findet man eh an jeder Kreuzung bzw. Fußgängerübergang einen vor. Es liegt eben an jedem Einzelnen, dass man den Unrat nicht sofort wegwirft, sondern ihn vielleicht kurz einsteckt und etwas später fachgerecht entsorgt.
Dass gewisse Verpackungen überflüssig sind und auch dieser Ursache entgegengewirkt gehört, ist ein eigenes Kapitel.

Weiters gibt es in Wien seit 2006 eine Sauberkeitskampagne. Hauptsinn ist hier eben die Bewusstseinsschaffung – aber wie schon erwähnt, liegt es an jedem Einzelnen von uns, was er draus macht. Sollen unsere Kinder im Dreck ersticken? Ein Mindestmaß an Hausverstand sollte doch jeder besitzen und wissen dass man niemandem mit Abfall was Gutes tut. Nur ein klein wenig an die Zukunft denken…