Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

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Liebes Tagebuch

Liebes Tagebuch.

Nachdem ich gegen 6:25 Uhr einigermaßen verkatert munter wurde und mich für den anstrengenden Tag schick machte (Klavier geschrubbt, Gel in die Haare geschmiert, Deo statt Dusche, Jeans und Polo angezogen), setzte ich meinen Kadaver in Bewegung und manövrierte ihn mit meiner Luxuslimousine zum Bäcker, wo ich drei Brötchen („Semmeln“ verstehen die Piefke nicht – und wie man weiß, integriere ich mich ja so gut es geht) für wohlfeile 96 Cent erstand. Ich gab 4 Cent Trinkgeld. Das Gebäck benötigte ich als Hülle für den Fleischwurstmajosalat, den ich mir bereits gestern im Supermarkt besorgte.

Anschließend fuhr ich musikhörend (Volbeat) weiter zum Bahnhof, wo ich auf die S-Bahn wartete. Beim Einsteigen bemerke ich Tag für Tag das gleiche idiotische Verhalten der anderen Fahrgäste: Während am Smartphone getippt wird, stolpert man in die Bahn und bleibt dann erstmal stehen, damit bloß niemand hinter einem einsteigen kann. Dann wird links und rechts geglotzt, ob noch irgendwo ein Sitzplatz frei ist und man geht zwei Schritte in eine Richtung, um erneut abrupt anzuhalten und dann doch auf die andere Seite des Waggons zu latschen.

Weiters gibt es noch die Mongos, die nicht verstehen, dass eine Tür nicht schließt wenn man im Lichtschranken selbiger steht.

Auch super sind die technisch nicht so affinen Menschen, die wie wahnsinnig auf den Knopf zum Türöffnen einpressen (mit Drücken hat das nichts mehr zu tun), bevor die LEDs signalisieren dass die Bahn jetzt steht und die Tür freigegeben ist.

Nach etwa einer Viertelstunde verlasse ich die Bahn Richtung Büro. Beim Gehen merke ich, dass mein kleiner Zeh schmerzt.

Im Büro fahre ich mal den Rechner hoch und hole mir einen Kaffee. Mein Zeh schmerzt noch immer, weswegen ich mir die Papierschere vom noch nicht anwesenden Kollegen nehme und eine Runde mit dem Boot rausfahre. Im Boot entledige ich mich meiner Sachen und schnibbel mit der Schere am Zehennagel bzw. –bett herum, bis ich meine, die Ursache des Schmerzes beseitigt zu haben.

Nach Verrichtung der restlichen Morgengeschäfte lege ich die Schere fein säuberlich meinem Kollegen zurück in seine Lade.

Was nun? Ich starte mal Whatsapp und Telegram und schaue, was mir mein Freundeskreis so geschickt hat. Täubchensticker, Bilder-Suchergebnisse von „Dog Titts“, Vorhaben für heute Abend, Cocktailrezepte und sonstige geisteskranke Bilder, die natürlich sofort weiterverbreitet werden müssen:

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Anschließend bastelte ich mir eine Fleischwurstmajosalatsemmel, weil ich Hunger hatte:

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Während dem Cocktail-Schreiben fiel mir eine Geschichte aus vergangenen Tagen ein: Vor zig Jahren war ich mal auf einer Party, wo wir im fortgeschrittenen Stadium einen Cocktail mixen wollten. Ein anderer Partygast meinte, dass er ein Wahnsinnsrezept wüsste und suchte in der Küche des Gastgebers nach den Zutaten. Ich weiß nicht mehr was alles reingehörte, aber es schien schlussendlich am fehlenden Rum zu scheitern. Nicht für den kreativen Kopf, der kurzerhand als Ersatz einfach Kaffeepulver nahm. Nachdem ein paar Becher des Cocktails verteilt waren, stießen wir an und soffen den Schlick. Wie durch ein Wunder prusteten wir uns nicht gegenseitig den Scheiß in die Gesichter. Sogar im Vollsuff schmeckte das ekelerregend. Aber was tut man nicht alles, um noch betrunkener zu werden!?

Weiter ging der Tag mit meinen Spielen am Handy: Punkte verbinden, Buchstaben legen, Männchen in die Schlacht schicken.

Dazwischen immer wieder herrlich sinnvolle Konversationen über das Tagesgeschehen mit meinem mexikanischen Integrationsbeauftragten aus Wien: El Platscherino.

Ach ja, heast Oida, des mit da Livecam am Heisl moch ma no!

Die Erklärung dazu ist simpel: Gestern las ich einen Artikel, dass es in Südkorea wohl gerade im Trend ist, anderen beim Essen zuzusehen: Anderen-beim-Essen-zusehen-Twitch-startet-neuen-Streaming-Channel

Und ein User stellte dazu natürlich die naheliegendste Frage:
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Abgesehen davon, dass ich ein weiteres Mal mit dem Boot rausfuhr (und ein Foto davon an den Mexikaner schickte), arbeitete ich selbstverständlich den Großteil des Vormittages. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir unbeständiges Wetter, aber das ist es in der Steiermark auch. Morgen geht’s in die Nähe von Graz, wo ab 14 Uhr eine Geburtstagsfeier stattfindet. Das ausgerufene Ziel ist es, das Ergebnis des Spiels Deutschland – Italien (21 Uhr) Sonntag Früh nicht mehr zu wissen.

Auf meine Frage, was es überhaupt zu essen gibt, bekam ich als Antwort „Mediterrane Küche: Bier und Fleisch.“ Es handle sich schließlich nicht um einen Kindergeburtstag. Aha.

Gestern gewann Portugal zum 5. Mal bei dieser EM kein Spiel regulär und steht dennoch im Halbfinale. Kranker Scheiß.

Hab mir auf der Baustelle Dienstag und Mittwoch ein paar kleinere Kratzer und Schürfwunden zugezogen, ist aber nicht so schlimm. Erinnert mich an meine Kindheit, wo ich im Alter von ca. 8 Jahren den Plan hatte, Stuntman zu werden. Da versuchte ich auf einem Schotterweg vom fahrenden Fahrrad abzuspringen. Blöderweise hatte ich noch keine Ahnung vom Trägheitsgesetz und es endete mit zwei völlig aufgeschundenen Knien. Und da ich auch noch keine Ahnung von ärztlicher Versorgung hatte, dachte ich es würde reichen, wenn man ein Blatt Küchenrolle auf die nasse Wunde legt. Dass das Papier mit der Wunde verwächst bemerkte ich erst am nächsten Morgen.

 

Ich glaube ich beende den Eintrag an dieser Stelle und schreibe später, was mich am Nachmittag so beschäftigt hat.

 

2 Comments

  1. Gscheada

    mit dem Boot rausfahren? Bei uns haßt des „aufs Heisl geh“, heast, oida.

    • chefgue

      Das ist keine gängige Redewendung in Deutschland, sondern eine Abwandlung folgender Sprüche, die ich mit Jo kreiert habe:

      Ene mene miste – ich finger nicht, ich fiste.
      Ene mene mote – ich pisse nicht, ich kote.
      Ene mene kote – ich kacke in die Boote.

      Ziemlich sinnbefreit, ich weiß.

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