Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

Allgemein

Klogedanken

Eine Minute dauert unterschiedlich lange – je nachdem auf welcher Seite der Klotür man sich befindet.

Ich finde es teilweise verstörend bzw. nicht nachvollziehbar, wenn jemand auswärts nicht kacken kann oder aus Prinzip nicht kacken geht. Hygienegründe oder so.

Wir haben damals aus Wasserlacken gesoffen! Wir hatten ja nix, kurz nach dem Krieg. Dreck scheuert den Magen.

Es scheint mir auch unverständlich, dass man sich nicht mal nach dem Sauberwischen der Klobrille oder gar durch das Auflegen von Klopapier auf selbige setzt.

Ich finde wenig schöner, als fremde Klos einzuweihen. Ich bin quasi die Antithese des Heimscheißers. Bin ich wo zu Besuch, dauert es nicht lange, bis ich die stille Örtlichkeit aufsuche um mein riesiges Geschäft zu verrichten. Ich empfehle dazu auch das Lied aus dem Beitragsbild.

Ein Nachteil von fremden Klos kann allerdings ein Bewegungsmelder sein, der das Licht steuert.
Ich arbeitete mal bei einer Firma (ok, ich war zumindest auf deren Gehaltsliste), die so ein Scheißteil am Klo hatte. Die Dauer einer Lichtperiode betrug etwa acht bis zehn Minuten. Viel zu kurz für eine ordentliche Sitzung.
Ich hab dann die App ToiletTime von www.capsen.com (leider nicht mehr erhältlich) installiert. Dort konnte man eine Kackdauer festlegen, zu Beginn der Sitzung auf „Start“ drücken und dann das Handy ganz normal zum Spielen benutzen. Wurde das Limit erreicht, bekam man eine dezente Nachricht (war wirklich angenehm, es unterbrach das aktuelle Spiel nicht) aufs Display mit der Möglichkeit um 30 Sekunden zu verlängern oder so.
War man mit der Darmentleerung fertig, tippte man auf „Ende“ und die Dauer wurde in der Statistik festgehalten.
An einsamen Abenden las ich dann diese Statistiken, wie z.B. dass ich am Tag vier mal Kacken war, durchschnittlich 9 Minuten 23 lang.

Die Stuhlgänge davor (ohne dieser App) waren ein Husarenritt. Ich erinnere mich noch daran, wie ich – nachdem das Licht ausging – mit den Armen ruderte, um den Bewegungsmelder erneut auszulösen. Das war nicht einfach, weil er etwas außerhalb der oben offenen Kabine installiert war. Aber es ging.

Blöd sind solche, bei denen die Kackzellen komplett zu sind. Find ich privatsphärentechnisch zwar besser, aber wenn der Bewegungsmelder da außen ist, hat man die Arschkarte gezogen.

Mir passierte es auch schon in einem Klo in einem Lokal, dass jemand beim Verlassen der WC-Anlage das Licht ausschaltete. Ob absichtlich oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen. War dann aber insbesondere eine Challenge, da ich mein Handy nicht mithatte und mich so in absoluter Dunkelheit zum Ausgang bzw. Lichtschalter tasten musste. War ein eigenartiges Erlebnis – zumal man beim Ertasten auch die Pissoirs „fand“.
Das ganze geschah irgendwann 2017 im Gmoakeller, vor einem Rapid-Spiel.

Im Rahmen dieser ungeplanten Aktion fragte ich mich das erste mal bewusst, wie sich ein Blinder den Hintern abwischt. Wie merkt er, dass der Popo sauber ist? Riecht er am Papier, ob noch was dran ist? Ich hab echt keine Ahnung.

Schade übrigens auch, dass die ganzen Restaurantseiten nie Bilder von der Toilette auf der Homepage darstellen. Da könnte man sich vorab schon einen Eindruck verschaffen.

An dieser Stelle verweise ich gerne nochmals auf die Rubrik Pissoirs, wo man eine Sammlung verschiedener Urinale findet.

Eddie Spaghetti (Supersuckers) hat übrigens auf Instagram einige Zeit lang Klomuscheln fotografiert und mit dirtyshitholestour2017 getagged. Sehr sympathisch.

Abschließend kann ich als Klolektüre noch das Buch Darm mit Charme (von Giulia Enders) empfehlen. Da lese ich immer wieder ein wenig darin, wenn der Handyakku mal wieder unter 20 Prozent Restkapazität hat. Denn da nehm ich das Mobiltelefon erst gar nicht nicht mit.
Man will ja schließlich nicht riskieren, dass die entspannenden Minuten zur Fadesse werden.

 

 

2 Comments

  1. Linkshänder

    Unlängst sah ich die wertvolle „Sendung mit der Maus“. Ein wirklich interessanter Beitrag über Indien wurde mir hier zuteil. Der Reporter wurde zum Essen bei einer indischen Familie eingeladen und sie haben das Mahl, am Boden sitzend, eingenommen. Nur mit den Fingern der rechten Hand. Die linke Hand ist tabu und darf auf keinen Fall beim Essen verwendet werden. Warum? Rührt vom Toilettengang her, weil das stille Örtchen doch etwas anders organisiert ist als bei uns. Klomuschel? Total überbewertet. Ein Loch im Boden tuts auch und ein kleiner Wasserhahn daneben. Aber nicht um die Stoffwechselendprodukte wegzuschwemmen, nein, die Reste am Darmausgang werden mit der linken Hand (ohne jegliches Papier oder herumliegendem Laub) weggewischt und mit etwas Wasser gesäubert. Bewegungsmelder? Offene Kabine? Besudelte Klobrille?
    Alles Nichtigkeiten! Doch lieber in der Finsternis nach Papier suchen, als irrtümlich die Pommes mit der linken Hand in den Schlund zu stopfen!

    • chefgue

      Sehr schön!

      Ich hab mal ein Video bekommen, wo sich ein Typ in der Öffentlichkeit an einem Hydranten oder so den Arsch auswischt bzw. reinigt und dann auch aus den Händen das Wasser trinkt. Schmackhaft.

      Wenn ich das noch finde, poste ich’s hier.

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