Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

Allgemein, Unterhaltung

Suffgeschichten

Als ich vor etlichen Jahren noch Freunde hatte und mit denen regelmäßig saufen ging, ereigneten sich oft die wunderlichsten Dinge.

Ich traue mich allerdings nicht alle zu erzählen, da ich um die Verjährungsfrist nicht Bescheid weiß.

Wobei ich auch bezweifle, dass der Rosenverkäufer hier mitliest, dem wir mal den gesamten Strauß vom Fahrrad geklaut haben.
Oder der Müllmann, dem wir mal sein Müllrad umtraten und er alles wieder einschaufeln musste.
Scheißaktionen eigentlich, in der Situation damals mit 4 Promille aber saukomisch.

Weniger komisch fand ich die Anmachversuche von zwei Männern an mir. Also nicht gleichzeitig, aber doch innerhalb weniger Monate oder sogar Wochen. Vermutlich hab ich deswegen eine Aversion gegen diese Spezies.

Es begann eigentlich recht harmlos. Ein Rosenverkäufer in einem Lokal wollte 25 Schilling (ca. 2 Euro) für eine Rose haben – ich bot ihm aber nur zehn. Klassisches Gefeilsche auf das er allerdings nicht wie geplant einstieg, sondern mir anbot beim Preis „was zu machen“, wenn ich mit ihm aufs Klo mitkomme. Das war mir dann doch zu viel und ich beendete die sich anbahnende Transaktion.

Ein anderer Kerl bot mir (damals noch Schüler mit ca. 18 Jahren) an, ihn auf einem dreiwöchigen Thailandurlaub zu begleiten. Ich musste leider absagen, weil ich ja außerhalb der Ferienzeit nicht der Schule fernbleiben konnte.

Hinterher betrachtet waren das einfach nur schwule Kinderficker, anders kann ich mir das nicht erklären.

Wie auch immer, es ereignete sich viel Lustiges, das ich auch heute noch gerne meinen Kindeskindern und Enkeln erzähle. Und weil ich in den letzten Wochen seltsamerweise mehrmals die gleiche Geschichte zum Besten gab, hat es die sich auch nach hier verdient.

Es gab/gibt in Graz ein Lokal, aus dem wir regelmäßig rausgeflogen sind. Tagsüber ein nettes Gasthaus, abends füllte es sich dann mit Tranklern und Schülern. Keine Ahnung warum, vielleicht weil es ein untypisches Weggehlokal war. Wir nannten es immer Herzl Weinstub’n, heißt offiziell aber wohl Die Herzl.

Auf alle Fälle passierten dort skurille Dinge. Uns.
Wir waren meistens eine Gruppe von 15 bis 25 Leuten, das variierte ständig, Männlein und Weiblein, bis auf Conchitas war alles vertreten. Und der Begriff „Gruppendynamik“ wurde jedesmal unabsichtlich aufs Neue ausgereizt.

Da gab es Abende, da soff einer sein Bier aus und stellte das leere Glas auf das leere seines Nebentrinkers. Der nächste folgte dem Beispiel und stellte seines auch noch drauf. Und so weiter, bis sich eine Pyramide aus 20 Gläsern bildete die klarerweise irgendwann in sich zusammenstürzen musste und einen Scherbenhaufen auf Tisch und Boden hinterließ.
Und wir flogen raus.

Ein anderes Mal begann es eigentlich auch recht harmlos, als einer von uns einen herrlichen gelben Schlatz von ganz unten hochzog und ihn in ein leeres Glas rotzte. Dann hielt er es dem Nebenmann unter die Nase.
Soweit noch völlig normal.
Der Nebenmann allerdings tat es dem Schlatzer gleich, spuckte auch ins Glas und reichte es weiter.

So machte das Glas die Runde am Tisch, bis es zu ca. 5 cm mit oralen und nasalen Körperflüssigkeiten gefüllt war. Verfeinert mit Tschickstummeln und Asche musste dann die Frage aller Fragen kommen: „Wer säuft es aus?“

Irgendwie fand sich tatsächlich einer (ich war’s nicht – ich war zu langsam), der sich Geld dafür bieten ließ. Ich glaube, es kamen um die 350 Schilling zusammen, was damals etwa zehn Krügerl entsprach und für einen Schüler somit ein ordentlicher Batzen Kohle bzw. Rausch war.

Ich weiß nicht mehr 100%ig die genauen Abläufe, aber der Tausendsassa trank es – mich reckt’s jetzt grade beim Schreiben – und alle am Tisch würgten. Der Kerl setzte ab, blickte in die fassungslosen Gesichter und rannte aufs Klo, wo er sich minutenlang übergab. Haha, und wieder flogen wir raus, weil wir logischerweise nicht allein waren und verliebte Pärchen an den Nebentischen doch etwas irritiert ob der Mutprobe waren.

Witzig war auch, dass einer von uns immer Ribiselspritzer (Ribiselwein mit Soda) trank. Noch witziger, dass er davon regelmäßig speiben musste. Und am witzigsten war es, wenn er beim Heimfahren in den Bus kotzte und der erbrochene Sudel am Boden beim Bremsen nach vor und beim Beschleunigen nach hinten lief. Zwischen den anderen Fahrgästen hindurch. Auch aus dem Bus wurden wir regelmäßig geworfen.

Dann veranstalteten wir noch regelmäßig Stagediving-Compilations in Sträucher von diversen Gärten die uns unterkamen oder läuteten nachts bei fremden Wohnungen mit Gegensprechanlage an und erzählten dann volltrunken den schlaftrunkenen Mitbürgern Witze. Gelacht hat nie jemand. Seltsam.

Tja, das waren noch Zeiten. Zum Glück bin ich aus dem Alter draußen.

PS: Als Titelbild wollte ich eigentlich irgendwas Ekelhaftes mit Schleim, Spucke, Rotze oder ähnlichem Zeug raussuchen, aber ich fand nichts Brauchbares. Also nahm ich einfach die Vorschläge, die mir die Suchmaschine anbot. Langweilig, ich weiß.

 

5 Comments

  1. Blackie

    Feine Geschichten!
    Mit einem brennenden Komposthaufen war auch mal was, wenn ich mich recht erinnere. ;-)

    • chefgue

      Stimmt.
      Das kann aber wirklich jedem passieren, der im Vollrausch unkontrolliert pyrotechnische Leuchtstifte planlos in die Luft jagt.
      Woher soll man auch wissen, dass brennbare Teile davon wieder runterkommen und im Garten landen können? Bzw. genau auf dem vor sich hin gärenden Komposthaufen.

  2. Linda Brunner

    Was war da mit Verrichten der menschlichen Notdurft (gaxi) in einem Vorgarten?
    Blöd nur, dass der Besitzer just in dem Moment aus dem Fenster rausschaute…

    • chefgue

      Ich habe keine Ahnung von was Sie sprechen.

      Aber wenn sowas wirklich – wem auch immer – passiert sein sollte, ging bestimmt auch ein Schal verloren und ein Schuh bei der Flucht über den Zaun kaputt.

      • Linda Brunner

        Ach ja. Der Schal wurde dann zum Wegputzen der Exkremente endlich mal sinnvoll verwendet!

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