Geistiger Duennschiss - fein portioniert!

Musik

Strassenkoeter

Gestern war es nach langer Zeit wieder mal soweit, dass ich ein vernünftiges Club-Konzert besuchte. Weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt bei einem war. Müsste Zebrahead im Flex gewesen sein. Könnte nachschauen, aber bin noch zu betrunken und somit noch fauler als sonst.

Jedenfalls holte ich nach der Arbeit um ca. 17:30 die Karten bei der Jugendinfo, weil man sich dort die VVK-Gebühr spart und somit die (gestrigen) zwei Euro wiederum in Bier umsetzen kann. Kaum erledigt ging’s zum Treffpunkt Stadtparkbräu, wo es sensationellerweise noch bis 18:30 das Krügerl um 2,40 gab. Happy Hour!
Nach anfänglicher Schüchternheit der Kellnerin schloss sie uns und besonders meinen Compadre Koarl doch ins Herz und nachdem die Pleskjavica und das Fiakergulasch samt Getränken verputzt waren, ging es gegen 20:20 zum Viper Room.
Dort standen schon etliche Leute davor und unterhielten sich vorm Tourbus der Street Dogs, der ein slowakisches Nummernschild hatte.

Ah, grad gemerkt, dass ich soeben das erste Mal erwähnt hab, um was es hier überhaupt geht. Also: Street Dogs am 11.07.2012 im Viper Room, Wien.

Gut, dann ein Rückschlag: Wir standen also bei lauschigen knapp 30 Grad vorm Eingang des Clubs und beobachteten das Treiben. Mich interessieren bei solchen Konzerten immer die Leiberl der Besucher. Aber gestern war nix Außergewöhnliches zu sehen. Höchstens noch “Born to Lose“.
Hitze macht durstig und so fragte ich bei der Dönerbude daneben nach einem Bier. Der Kamelficker glotzte mich nur mit großen Augen an und sagte, er hätte keines. Nachdem er noch den Satz “Wir haben gar keinen Alkohol” anfügte, war für mich klar, dass Migration hier wieder mal nicht funktionierte.
Jetzt mal ernsthaft: Wie kann man bei einer Fressbude direkt(!) neben einem Club, wo laufend Konzerte sind und sich die Leute betrinken wollen, KEINEN Alk verkaufen? Wenn die die Dose Bier um 2,50 anbieten sanieren die sich nicht nur Tag für Tag, sondern werden reich.

Wie auch immer, so gingen wir eben runter ins modrige Gewölb und checkten mal den Merchandise-Stand. War leider nix passendes dabei und so gings weiter an die Bar, wo es eine große Auswahl an Getränken gab: Bier und Cider.
Großes Bier (Wieselburger aus der Flasche – umgeleert in einen Becher) um 3,40, kleines Strongbow um 3,60.

Witzigerweise haben die Homos dort Rauchverbot im Konzertbereich wo sich auch die Bar befindet. So tummelte sich alles im Raum davor beim Merchandise-Stand. Da gibt’s aber einen Drehfußballtisch und so wuzzelten wir zu dritt zwei Runden mit den dreckigsten Bällen, die wir je gesehen hatten. Die waren so versifft, dass sie sich nicht nur beim Einwerfen schmierig anfühlten, sondern auch beim Rollen zeitweise picken blieben. Geil. Rock’n’Roll.

Irgendwann begann die Vorband – Pork Knuckles – was soviel wie “Stözn” heißt. Eine Wiener Punk-Partie, war als Hintergrundbeschallung beim Wuzzeln und Trinken ok.

Dann Umbauphase und gegen 22 Uhr ging’s los. Nach einem Set von 16 Songs folgten noch die Zugaben “Guns of Brixton” und “Fighter” und dann war’s aus.
Besondere Vorkommnisse gab’s ein paar: Sänger Mike kam öfters mit seinem Kabel-Mikrofon ins Publikum (schätze, es waren an die 150-200 Leute da) und sang von dort aus bzw. ließ die Leute reinsingen.
Crowd-Surfing gab’s anfangs, aber nachdem zwei Typen ihren Freund bis zur Bar trugen und dort auf den Tresen legten, wurde das von den zwei, drei Security-Typen unterbunden.
Pogo fand nur sporadisch statt. Ich ging beim vierten (für Koarl: zwei, drei oder vier) Lied (Not Without A Purpose) erstmalig ganz nach vor um Abzuwüten. War eine Enttäuschung. Keine zehn Leute waren motiviert und so tut mir heute nicht mal was weh.
Kurz vorm letzten Song dann fast ein Eklat: Mike McColgan bekam plötzlich eine Bierdusche ab. Er hat aber den Übeltäter gesehen, mit Blicken fixiert, ließ sein Mikro fallen und ging auf den Typen zu. Ich erwartete jetzt wenigstens einen Faustschlag, aber der Oberhund stellte sich nur vor den Typen und starrte in wortlos an. Die Sekunden erschienen ewig und Mike stapfte dann zurück auf die Bühne. Der Bierschütter war durch Blicke gedemütigt, das reichte.
Dann eben noch “Fighter” wo ich sogar noch “…who spent his whole life in a fight…” ins Mikro brüllen durfte und gegen Mitternacht ging’s zur U-Bahn und nach Hause. Nicht aber ohne vorher beim Würschtler noch ein Bier zu holen.
Ahja, eine Setlist hab ich von Mike auch noch bekommen.

Alles in allem war es ein lässiges Konzert, wobei das im letzten Jahr in der Szene doch geiler war.

Hier ein paar Fotos:

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