Nachdem ich die Hälfte der zu erwartenden statistischen durchschnittlichen Lebensdauer für Männer bereits erreicht und sogar überschritten habe, wird auch das Jahreslaufziel bald zu 50% erfüllt sein.

Nach knapp einem Viertel der Zeit stehen 255 km auf dem Tacho:

Viel hat sich dabei nicht ereignet, außer dass die Anzahl der anderen Läufer proportional zur Außentemperatur steigt. Logisch, nur Gestörte und ich laufen bei Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Also im Normalfall (=früher) nicht oft, aber heuer bin ich bislang noch diszipliniert und hab so gut wie jedes (Lauf-)Vorhaben umgesetzt.

Einzig einmal war ich an einem Montag nach der Arbeit nicht mehr motiviert genug und hab’s auf Dienstag verschoben, an dem ich dann aber auch nicht die Kilometer hochschraubte, sondern mir dann erst am Mittwoch in den Arsch getreten habe.

Erlebnisse gab’s wenige – vom toten Vogel mal abgesehen, der seit einigen Wochen zwischen Acker und Radweg herumliegt. Der Kadaver verwest auch nicht, weil die Temperaturen eben seit Wochen im Kühlschrankbereich liegen.
Ich bin am Tüfteln, was das für ein Vogel ist. Die erste Vermutung war „Falke“. Nicht zuletzt wegen dem Laufartikelhersteller.
Nachdem irgendwer Zweifel anmeldete, einigten wir uns auf einen Habicht.
Doch auch das wurde angezweifelt und schlussendlich der „Bussard“ in Spiel gebracht. Hier die Fotos:

Wie das Vieh draufging konnte übrigens auch niemand schlüssig erklären. Es ist nichts im näheren Umfeld was gefährlich werden könnte.
Die plausibelste Erklärung neben einem Genickbruch, weil er sich beim Sturzflug verschätzte, wäre, dass er einfach verhungert ist, weil durch den gefrorenen Boden keine Beute aufzutreiben war. Naja.
Die ersten 4 Fotos wurden übrigens exakt vor einem Monat (23.02.2018) aufgenommen. Die letzten beiden eine Woche später am ersten März.

Für sachdienliche Hinweise, was es denn nun wirklich ist, ist die Redaktion der Spatzenpost sehr dankbar!

Ein anderes Mal fand ich es komisch, als an einer Kreuzung drei Läufer (inkl. mir) aus unterschiedlichen Richtungen kommend zusammentrafen und ebenso wieder in unterschiedliche Richtungen weiterliefen. Wir haben uns alle gegrüßt.

Das für mich lustigste Ereignis passierte letzten Montag, als plötzlich einige Meter vor mir zwei Läuferinnen auf dem Fuß- und Radweg liefen, der gerade breit genug war, dass die nebeneinander laufen konnten.
Ich überlegte mir, ob ich was rufe um sowohl etwas Aufmerksamkeit als auch Platz zu bekommen, entschied mich dann aber dagegen, weil ich beim Überholen die 3 Schritte eh im Gras daneben laufen konnte.
Dann dachte ich allerdings, dass es unhöflich wäre nicht zu grüßen, weil ich da ja selber Wert drauf lege.
Und so sagte ich schlicht und einfach „Dingdong!“, als ich an den beiden tratschenden Mädels vorbei lief.
Da die dermaßen in ihr Gespräch vertieft waren und so gar nicht mit einem Überholer rechneten, erschrak die eine dermaßen, sodass sich ihre Partnerin auch erschrak und ich mich natürlich mit.
Da ich nun die ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, drehte ich mich noch um und grüßte die zwei mit einem freundlichen „Hallo!“.
Ich glaube, spätestens an dieser Stelle fanden sie die Situation auch witzig und ich verschwand langsam am Horizont. Abgang. Vorhang. Applaus.

Unterhaltungstechnisch habe ich beim Joggen verschiedene Dinge ausprobiert, ich wüsste aber nicht, was mich am besten unterstützt oder ablenkt. Ja was eigentlich?
Soll man beim Laufen völlig abschalten und sich ohne Stöpsel in den Ohren in die Natur begeben und selbige genießen?
Oder man nutzt die Zeit, um sich „fortzubilden“ bzw. sich mit gesprochenem Text berieseln zu lassen? Also Podcasts oder Hörbücher reinziehen?
Eine weitere Möglichkeit bietet Runtastic ja selber in Form von  „Story Running“ an.
Und der Klassiker ist natürlich herkömmliche Musik.

Meine Erfahrungen beschränken sich auf alles mit Stöpseln (für Ohren – keine Tampons o.Ä.). Außer natürlich, wenn ich nicht alleine auf weiter Flur unterwegs bin, da steht die Konversation mit dem Laufpartner im Vordergrund.
Ansonsten überwiegt bei mir eher die Musik. Wobei es keinen Unterschied macht, ob es was Schnelles oder Langsames ist. Sie muss mir einfach gefallen, sonst werd ich grantig, verliere die Lust am Laufen und ermorde Falken mit einem Luftdruckgewehr. Deswegen bevorzuge ich da eigene Playlists und keine Künstlerradios auf Spotify.

Wenn ich von Zeit zu Zeit Bock auf Podcast habe, drück ich mir Fest und Flauschig mit Jan und Olli in den Gehörgang. Drei der letzten vier waren ziemlich lehrreich. Da wurde z.B. offenbart, dass sich Frauen bei Gruppenfotos eher zu dickeren Frauen stellen, damit sie selber besser dargestellt werden.

Bei den „Running Stories“ oder wie die genau heißen bin ich unschlüssig, was ich davon halten soll.
Ich hatte mal eine ziemlich gute – allerdings beim Radfahren. Dort ist sowas völlig ungeeignet. Beim Laufen dann erwischte ich mal eine, die komplett idiotisch war. Ich weiß gar nicht mehr was das war, hab’s erfolgreich verdrängt.
Und die anderen Male war’s solala.
Beim vorgestrigen Lauf wollte ich wieder eine raussuchen, aber da gibt’s irgendwie nur eine Handvoll und ich hatte Angst wieder ins Klo zu greifen. Oder ich hab falsch gesucht, egal.

Meine verschiedenen Musikplaylists beinhalten zwischen 30 und 250 Songs. Von langsam über Punk, Ballade, Wienerisch, Trash und Klassikern ist so gut wie alles dabei. In letzter Zeit habe ich über deutsches Künstlerradio die Bands Massendefekt und Sondaschule entdeckt. Ziemlich witzig und gut.

Zu meinem morgigen Monatstag möchte ich mir hier schon vorträglich gratulieren und andererseits einen entspannten 15 km Lauf anreißen. Dann wären die 270 auch voll. Und ich danach.