Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

Finanzen

Moderne Zeiten

Guten Rutsch und alles Gute für 2016 – nachträglich!

Vorweg ein Wahnsinnsscherz, den ich vor ein paar Tagen im Radio gehört habe: „Automatikgetriebe sind dieses Jahr verboten. Weil 2016 ein Schaltjahr ist!“ Badam tsss.

Na gut, zwei Erlebnisse der letzten Tage, wo man sich echt nur mehr auf den Schädel greifen kann.

Das erste hatte ich in einer Filiale meiner Bank. Ich benötigte für ein Abfertigungsauszahlungsformular einfach nur einen Stempel samt Unterschrift meines Bankinstitutes. Also eine Bestätigung, dass ich der Kontoinhaber des Kontos wäre, welches ich auf dem Wisch ausfüllen musste, damit die mir das mir zustehende Geld überweisen könnten. Seltsames Satzkonstrukt, aber müsste soweit verständlich sein.

Ich betrete also unmaskiert die Filiale (mittlerweile auch eine bargeldlose – da könnte ich die nächste Volksverarschung schreiben) und wende mich an die Tante am Empfangsschalter: „Guten Tag, ich bräuchte bitte eine Bestätigung, dass ich der Kontoinhaber meines Kontos bin.“
Klingt skurril genug, lege also zum Wisch noch Kontokarte und gültigen Reisepass dazu.
Als die Banktante mir unverblümt sagt, dass sie das im System nicht nachsehen könne, war ich erstmal perplex und frage: „What?“
Sie wiederholte sich und meinte, dass sie im System nicht nachsehen könne, ob ich Kontoinhaber und das Konto aktiv wäre.

Ich arbeite seit 15 Jahren in der IT und habe vor 15 Jahren nachsehen können, welcher Kunde bei A1 wieviel Datenvolumen über den Highway 194 verbraucht hat, ob er seine Rechnungen bezahlt hat, wo er wohnt… einfach alles. Und die will mir heutzutage in einer bargeldlosen Filiale sagen, dass sie eine Nummer nicht mit einem Namen vergleichen kann? Wozu gibt’s die Filiale dann überhaupt?

Nachdem ich dann gefragt habe, wo das Problem wäre, schließlich steh ich ja mit Ausweis und Kontokarte vor ihr, bekam ich erneut ein „Ich kann im System nicht nachsehen.“ zu hören.
Meinen sarkastischen Vorschlag, dass sie mir ja zusehen könne wenn ich Geld mit meiner Kontokarte vom Automaten behebe, nahm sie allen Ernstes als gute Idee auf.

Jetzt verstand ich gar nichts mehr und fragte, ob das jetzt wirklich wahr wäre. Zum Glück kam dann eine zweite Mitarbeiterin, die zwar gleich wenig Tau von der Materie hatte, aber zum Glück gaben sie mir dann den Stempel samt Unterschrift. Vermutlich, weil sich eine alleine nicht traute und zu zweit das Risiko der Zwangshinrichtung wegen Falschstempelei halbiert wurde.

Während die Mädels (könnten zusammen eine dreistellige Jahreszahl alt sein) noch diskutierten, zog ich mit dem gestempelten Fetzen Papier wieder ab. Unglaublich.

 

Einige Tage später passierte mir Ähnliches – mit einer Versicherung. Wen wundert’s?

Ich hatte vor einem Jahr ein Problem mit meiner bestehenden Haushaltsversicherung und wollte die kündigen – was ich auch tat. Am 21.01.2015. Als Antwort erhielt ich, dass die Kündigung mit Juni 2016(!) wirksam werden würde. Keine weiteren Fragen meinerseits. Hatte schon genug Nerven bei den Deppen verbraten.
Jedenfalls rief ich jetzt – ein Jahr später – also mal hin an um nachzufragen, ob sie das noch im System bei meiner Polizze vorgemerkt hätten oder ob ich noch was tun müsse.
Es war Montag, 15:50 – weil die erste Antwort der Mutti am Hotlinerohr war (ohne dass ich meinen Namen oder die Polizzennummer gesagt habe): „Das kann ich hier in St.Pölten nicht nachschauen und ich weiß nicht, ob in Wien noch Kollegen sitzen.“ WTF??? MONTAG UND NICHT MAL SECHZEHN UHR??? Ich hab den falschen Beruf.

Frage an mich: Wieso kommt man bei der Hotline in St.Pölten raus, aber die Antworten sind in Wien zu finden? Was bringt dann eine Hotline? Vermutlich war meine Frage zu komplex. Zur Wiederholung in Kurzfassung: „Läuft meine Polizze im Juni 2016 aus oder nicht.“

Auf alle Fälle war wider Erwarten noch ein Versicherungsvogel in Wien anwesend und man merkte an seinem unfreundlichen Tonfall, dass ich ihn wohl beim Heimgehen aufgehalten hatte.
Ich stelle die Frage also nochmals und ich traue mich seine Antwort hier fast nicht schreiben, weil ich sonst als G’schichtldrucker oder Lügner oder sonst was bezeichnet werden könnte.
Sie war: „Das seh ich hier in Wien nicht.“

Ich stammelte noch perplexer als bei der Bank irgendwas ins Telefon und er versuchte sich in schlüssigen Erklärungen wie „Man kann ja einen Vertrag nicht vorher kündigen, weil wenn es noch einen Schadensfall gäbe, muss ja eine Versicherung bestehen.“

Ich hab ihm dann gesagt, dass es mir also wurscht ist ob die im Juni ausläuft oder nicht, weil ich nicht mehr in der versicherten Wohnung wohne und sie können dann ja gerne noch Post hinschicken. Geht eben ungeöffnet und unbezahlt zurück.

Idiotas.

 

5 Comments

  1. Mike Häupl

    Heast, Oida! Waßt du des net, dass in Wien Dienstog nochmittogs Dienstschluss is? I geh jetzt auf an Spritza! Dein ehemoliga Büchamasta!

    • chefgue

      Dem sorgfältigen, nüchternen Leser wäre nicht entgangen, dass das Telefonat am Montag um 15:50 stattfand.

  2. Walter

    Du bist an sehr vertrauenswürdige Dienstleister geraten, die den Datenschutz sehr ernst nehmen.

    • chefgue

      Sehr diplomatisch ausgedrückt. Jemand anderes nannte mich soeben „Deppenmagnet“.

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