Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

Kulinarisches

Integration

Es ist ja nicht so, dass ich nicht willig wäre, mich zu integrieren oder einer neuen Umgebung oder Sprache anzupassen. Aber ich muss es leider offen zugeben, dass ich es auch nach knapp einem halben Jahr bei den Piefkes nicht schaffe, eine Bestellung verständlich aufzugeben.

So geschehen vor ein paar Tagen, bei einer türkischen Dönerbude in der Nähe von Köln.

Ich grüße freundlich den Muselmann hinter der Budl, nickt er und rotzt mir ein „Büddö?“ entgegen. Also bestelle ich wörtlich, in schönstem Hochdeutsch (wer mich reden kennt, weiß dass das für mich eine ziemliche Challenge ist, aber für die schon länger Integrierten nehme ich alles in Kauf): „Einen Döner und einen Salat Tacchino ohne Saucen zum Mitnehmen, bitte.“
Schaut mich der Typ an, sagt kein Wort, dreht sich um und geht 3 Meter zu seinem Kollegen, um dem irgendwas mitzuteilen. Klang wie „Chrümdölum Chrüm Chülürüm. Hrchülü Chümdüm“ oder so ähnlich zumindest.
Darauf hin schaut der Kollege relativ entgeistert, kommt zu mir und fragt etwas verwirrt: „Wasassu gra beschdellt?“.

Ich mache mir schon die schwersten Vorwürfe, ob die Kombination der beiden bestellten Speisen irgendeine Art Geheimcode für eine üble Beleidigung oder eine Aufforderung für oralen Analsex wäre, aber ich versuche mein Glück nochmals, indem ich freundlichst wiederhole: „Einen Döner und einen Salat Tacchino ohne Saucen zum Mitnehmen, bitte.“

Da glotzt mich der an wie eine Eule nach dem Waldbrand und sagt allen Ernstes: „Ischab disch ned verschdanden.“
Der nächste Gedanke von mir war, dass ich grad übel verarscht werde und beginne zu lachen, da lacht er auch verlegen und meint: „Ischab disch wirglisch ned verschdanden.“

Fassungslosigkeit, Enttäuschung, Trauer.

Ich musste in diesem Moment an Serdar Somuncu denken, dem beim Asiaten wohl Ähnliches passierte. Aber im Gegensatz zu ihm schrie ich meinen Gegenüber nicht mit „Habt ihr denn auch Artikulation?“ an, sondern deutete wie ein mongoloid-epileptischer Pantomime auf die Speisenkarte über/hinter ihm und nannte die beiden Zahlen davor. Das „ohne Saucen“ sagte ich sicherheitshalber einfach lauter. Denn wie jeder weiß, kann man Kommunikationsschwierigkeiten durch Erhöhen der Lautstärke kompensieren.

Nach mehreren weiteren Rückfragen von Döner-Man schaffte ich es dann doch, die beiden Speisen korrekt zu erhalten.

Ich arbeite somit weiter an meiner Integration und versuche mir noch intensiver die Eigenheiten der kürrüktün deutschen Sprache anzueignen.

Tschööö.

 

2 Comments

  1. WatschemitFuß

    I hätts so probiert: N´Döner undn´Salat ohne Tunke in ´ner Tüte.

  2. Blackie

    Man hats nicht leicht in fremden Ländern. Sind gerade in der Dominikanischen Republik und jedesmal wenn ich ein Wasser bestelle, bringt mir der Kellner ein Bier oder einen Cocktail. Werde es auch mal mit lautet reden versuchen. ;-)

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