Ja leck mich fett. Sagt man das so?
Nach mehr als 42 Jahrzehnten schaffte ich es endlich auf ein Konzert vom indianischen Kanadier Danko Jones.
Ich hab keine Ahnung warum der solange unter meinem Radar durchlief, aber das neue Album von ihm ist schon ein gutes Stück. Auch gibt es etliche alte Songs, die gut in den Arsch treten. Haha, wie schwul manche Phrasen sind, wenn man sie wörtlich aus dem Englischen übersetzt. Hab dazu erst kürzlich eine idiotische Artikelüberschrift gelesen: Kolossaler Schmerz im Hintern

Jedenfalls war ich zum ersten Mal in der Live Music Hall in Köln und erlebte ein Déjà-vu: Die Location ähnelt komplett der Arena in Wien. Man betritt das Gelände, hat einen großen Bereich bei dem es einige Fress- bzw. Saufbuden gibt, links dann die Music Hall, in der es auch einige Bars gibt, rechts die abgefuckte Presshütte.

Was mich an den Bierständen verwunderte: Das Hauptgesöff ist Beck’s. Kölsch (Sion) läuft irgendwo unter „ferner liefen“. Weizenbier gibt’s in Form von Franziskaner und Schöfferhofer auch. Die Preise sind normal hoch: 1 Euro pro 0,1 Liter. Das Becherpfand liegt mit 50 Cent im Rahmen.

Gegen 20:20 ging es mit der norwegischen Vorband Audrey Horne los. Zwar haben die mich im Vorfeld aus der Konserve nicht so überzeugt, jedoch war der rund 45 minütige Liveauftritt von denen doch ziemlich gelungen. Die Meute wurde gut aufgeheizt für das folgende DJ-Trio.

Und dann…

Wie hier gehofft, wurde das Set mit dem gigantischen Opener „I Gotta Rock“ eröffnet. Wegfick. Kein Plan warum das so greift, aber da passt meiner Meinung nach alles. Es beginnt mit Gesang und Drums, dann setzt der fesch verzerrte Bass ein und zum Refrain nach bereits 21 Sekunden schiebt die Scheiße mit der Stromgitarre dermaßen ins Maul, dass es mir die Arschhaare bis zum Gnack aufstellt. Und spätestens beim „Ooooohohooohohohohoooooo“ geht die Meute ab, als ob es kein Gestern gab.
Ich hab schon unzählige Bands live gesehen, aber so ein Brett zu Beginn… Wahnsinn.

EDIT: Das an dieser Stelle eingefügte Video wurde seitens Youtube wieder entfernt: „Dieses Video ist aufgrund des Urheberrechtsanspruchs von Believe Music nicht mehr verfügbar.

Irgendwie schaffte ich es dann auch in den Pogobereich vor der Bühne. Ich denke, die Bude war mit ca. 800 Leuten knapp nicht ausverkauft, aber doch sehr sehr gut gefüllt.

Das Set enthielt auch etliche ältere Hits wie z.B. „Twisting Knife“, „Had Enough“ oder „Gonna Be A Fight“, bei dem die Meute am Ausrasten – in Form von „durchdrehen“, nicht „ausruhen“ – war.

Ich wundere mich gerade, wieso ich mich an eine Unterhaltung während des Konzerts mit einem Kai sowie seiner Freundin Nani erinnern kann. Also nicht nur DASS ich mich erinnere, sondern auch wie eine Konversation während des Konzertes unmittelbar vor der Bühne ablaufen kann.

Wie fast schon üblich bekam ich nach dem Konzert auch eine Setlist, die sich zuhause als zwei Setlists herausstellte. Bei Zebrahead ergatterte ich mal während des Konzerts eine von Ali, weil ich wegen der Menschenmassen auf der Bühne nicht zur Strandbar nach hinten durchkam. Das war auch ein ziemlich schräges Konzert. Ich glaube im Flex in Wien war das.

Mir tscheppern noch die Ohren, herrlich. Und langsam werde ich auch leider wieder nüchtern. (Es ist grade 13:14 Uhr.)

Da, Fotos: