Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

Verkehr

Benehmen

Als ich vergangenen Freitag gegen 16:30 bei Dunkelheit und Nässe ins Hallenbad fahren wollte (Bild 1, rotes Auto 1), brauste ich mit schlappen 80 km/h durch das Industriegebiet (50er-Beschränkung) in Wiener Neustadt.
Als ich gerade an der Arena Nova vorbeibretterte, biegt so ein Schwachkopf mit slowakischem Kennzeichen ca. 100 Meter vor mir aus einer Seitengasse raus (Bild 1, grünes Auto 2) und grundelt dann mit knapp 60 km/h dahin.

Voller Selbstbewusstsein fuhr ich ihm ganz knapp auf, so dass sein Innenraum heller erleuchtet war als das Haus der Griswolds zu Weihnachten.

Als dieses Verkehrshindernis völlig regelkonform – was am Blinker erkennbar war – auf den Aqua-Nova-Parkplatz abbog, erkannte ich meine Chance und versuchte mich durch einen geschickten Trick an ihm vorbei zu mogeln: Und zwar fuhr ich nicht den dort üblichen direkten Weg zum Parkplatz, sondern stieg aufs Gas (Bild 2, GAS!) und bog bei der zweiten Möglichkeit ein, so dass ich anschließend für ihn der Rechtskommende war und er mir die Vorfahrt gewähren musste. Nur was macht dieser Idiot? Er deutet an, mir die Vorfahrt zu nehmen, bleibt dann aber doch noch stehen um mich vorbei zu lassen. Es war zwar schweineeng, aber ich war ja im Recht!
Dass es wegen mir dadurch auch fast zu einer Kollission gekommen wäre, war mir in dem Moment egal – hab ich den Spinner auf den letzten 50 Metern vor dem Einparken doch noch überholt. Das hat mir sicher eine, wenn nicht, sogar zwei Sekunden gebracht. Ich bin ein Held!

Doch dann… was macht der vermeintliche Slowake? Zeigt mir dieses Arschloch den Mittelfinger (Bild 2, F-E = Fingereskalation), während ich an ihm vorbei fuhr. Sekundenlang lässt er mich ihn von mehreren Seiten betrachten. Zuerst war ich irritiert und grinste einfach nur provokant-debil, doch als ich dann sah dass er das Seitenfenster runterließ, bremste ich und wollte ihn zur Rede stellen.

So stieg ich aus, ging zu ihm und fragte, ob er denn kein Benehmen hätte.

Unerwarteterweise antwortete er im tiefsten steirischen Dialekt, warum ich ihm so knapp auffuhr? Ich begann mich um Kopf und Kragen zu reden, aber er textete mich zu. Von wegen „Schneiden“ und „Drängeln“ und das ganze am völlig verkehrsbefreiten Parkplatz bzw. Umgebung. Dann entschuldigte er sich sogar noch für den Finger, meinte irgendwas von „unangemessen, aber ansonsten würd ich es ja nicht verstehen“.

Ehrlich gesagt bin ich ja nur ein verkappter Macho, der seine automobile Überlegenheit (Mitsubishi Outlander vs. Skoda Fabia) und anatomische Unterlegenheit mit unangebrachter aggressiver Fahrweise zu kompensieren versuchte. Da ich mir mein Unrecht ihm gegenüber nicht eingestehen wollte, wich ich seinen Argumenten aus, stieg wieder ins Auto und parkte dann 50 Meter weiter ein.

So oder ähnlich muss es sich im Kopf des Mitsubishi-Fahrers abgespielt haben.
Dass ich der „Steirer mit slowakischem Kennzeichen (Leihauto)“ war, muss ich vermutlich nicht explizit erwähnen.

Ich frage mich bei solchen Situationen immer, was die Beweggründe für so ein Verhalten sind.
Ich meine, ich fahre ja auch eher offensiv und nie zu langsam.
Und wenn ich aus irgendwelchen Gründen mal ein Verkehrshindernis darstelle (zu wenig PS wenn’s bergauf geht, oder jemand hat es wirklich eilig hinter mir z.B.), dann ermögliche ich es dem Dahinter auch zu überholen, indem ich rechts ranfahre oder langsamer werde und es durch rechts-Blinken signalisiere.

Aber so eine Provokation lasse ich mir einfach nicht gefallen, 50 Meter vor dem Parkplatz noch einen anderen Verkehrsteilnehmer zu schneiden und somit einen unnötigen Schwanzvergleich zu inszenieren.

Zur „Sicherheit“ habe ich nachdem er ausgestiegen ist und weg war sein Auto fotografiert, falls ich bei meinem Leihwagen Beschädigungen festgestellt hätte.

 

 

4 Comments

  1. Walter

    Wenn Dir nur in diesem Fall das Verhalten und Benehmen anderer Menschen als Autofahrer unangenehm auffällt, dann bist zu zu beneiden.
    Manchmal sind einige „lediglich“ abgelenkt. Wenn sie es aber darauf anlegen, dann ist das Zeigen eines gestreckten Mittelfingers das gelindest einzusetzende Mittel zur Entspannung.

    • chefgue

      Naja, nicht nur in diesem Fall, aber das war der „einschneidenste“ der letzten Wochen.

      Btw: War cool, Dich wieder mal zu treffen :-)

  2. Blackie

    Wie asozial muss man sein, um in einer 50er Beschränkung nur 60 zu fahren. Sag mal geht’s noch? Freie Straßen für freie Menschen!
    Schönen Gruß aus der U6 btw. Lauter Gsindl da herinnen.

    • chefgue

      Haha, stimmt eigentlich. Aber Du kennst mich ja als eher rücksichtsvollen Zeitgenossen ;-)

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