Net Nerven!

Geistiger Duennschiss – fein portioniert!

Verkehr

Tesla und so

Jahrelang fuhr ich mit dem Auto.
„Ja“ – ich fuhr, weil ich keines mehr besitze.
„Nein“ – mir wurde es nicht wegen Betrunkenheit entzogen.
Und „Nein“ – auch den Führerschein besitze ich noch. Sogar legal.

Aber mich kotzte es an, ständig wegen der Unfähigkeit anderer Leute im Stau zu stehen. Auch das Fluchen kostet Kraft. Kraft, die ich aufgrund meines immensen Alters mittlerweile nicht mehr willens bin zu investieren.

Deswegen beobachte ich gespannt den Entwicklungsfortschritt der selbstfahrenden Autos. Und ich meine wirklich selbstfahrend. Keine Autos mit „Autopilot“, welche lediglich den Fahrer unterstützen, indem sie auf Abstände und so anderes Zeug reagieren.

Ich stelle mir das wie KITT in den 80er-Jahren vor: per Armbanduhr kann man den Blechkumpel irgendwohin schicken. Entweder zum Abholen oder Bringen.

Beispiel, wie es im täglichen Leben ablaufen könnte: Man hängt beim Wirten, trinkt wie üblich mehrere über den Durst und lallt dann in die Uhr, dass man zu holen wäre. Irgendjemand der Trinkkumpanen (oder der Wirt) müsste einen dann eben ins Auto auf die Rückbank legen und dem Auto den Befehl geben, dass es losfahren soll. Zuhause eingeparkt schläft man erstmal den Saurausch aus und torkelt dann völlig restfett irgendwann ins Haus.
Nichts passiert, man ist zuhause, Win-Win für alle.
Man denke dabei nur an die entsprechende Szene aus „The Wolf of Wall Street“.

Mein Freund (#nohomo – liebe Grüße an dieser Stelle in die derzeit scheißkalte Heimat) hat mir mal von einer Party um die Jahrtausendwende erzählt, auf der den letzten noch bei Bewusstsein anwesenden Trunkenbolden das Bier ausging. Panisch überlegten sie, wie sie noch an Hülsenfrüchte kommen könnten, da es an einem Wochentag um 2 Uhr früh (ich merke gerade, dass Parties am Wochenende kitschig sind – man sollte prinzipiell zwischen Montag und Donnerstag feiern. Da würde man dann auch mal sehen, wem man etwas wert ist, also wer dann tatsächlich erscheint.) relativ schwierig war, noch was zu finden. Da hatte einer der Lebenden die grandiose Idee, bei einem Taxiunternehmen anzurufen, und zu bitten, dass der Taxler bei einer Tankstelle eine Kiste Bier kaufen und zur Party liefern soll.
Gedacht, genuschelt, getan – müßig zu erwähnen, wie viel eine Kiste bei einer Tankstelle kostet. Samt Pfand, Taxifahrt und Trinkgeld kamen die Spaßvögel wohl auf über 600 Schilling damals. Also ca. 44 Euro. Damals!

Dass dann jeder (ich glaube drei oder vier Typen waren übrig) jeweils nur eine Flasche öffnete und diese nicht mal mehr austrinken konnte, war hinterher betrachtet eigentlich die logische Schlussfolge.

Um solche immensen Kosten also zu vermeiden bzw. minimieren, könnte man in naher Zukunft also seinen Tesla – oder wer auch immer den ersten Selbstfahrer auf den Markt bringt – zur Tankstelle schicken, dort Bescheid geben, dass das Geld für die Kiste Gerstensaft (plus Trinkgeld) auf dem Beifahrersitz liegt und der Tankwart übernimmt die Logistik. Zumindest spart man sich so die Kosten für die Taxifahrt – denn wer weiß, welchen Weg der Taxler fährt, um mehr Knete zu lukrieren.

Haha, ich wundere mich grade, warum „lukrieren“ rot unterwellt ist… Deswegen: lukrieren

Um nochmals auf das Thema Stau zu kommen: Hat man mal absolut keinen Bock auf Stau und auch keine Termine oder Verpflichtungen, sondern hängt einfach nur auf der Couch, dann könnte man KITT (oder wie auch immer man ihn nennt) einfach so in die Innenstadt schicken: „Kumpel, fahr mal ne Runde, sei nicht vor zwei Stunden zurück!“
Vorzugsweise Montag früh.
Ich kann mir vorstellen, dass das massiv an Nerven spart. Zu wissen, dass man im Stau stehen würde, wenn man selber fahren würde, obwohl man nicht müsste.

Das Problem der Parkplatzsuche wäre übrigens auch gelöst. Man lässt sich vor die Haustür bringen, steigt aus und die Karre soll sich um einen Stellplatz kümmern.

Da die Technik aber noch nicht so ausgereift ist, wie ich sie mir vorstelle, muss ich wohl weiterhin meinen Chauffeur beschäftigen und bezahlen.

Mach hinne, Elon! In den 80ern gab’s schon mal sowas.

 

 

3 Comments

  1. Blackie

    Schafför haben, aber den Kitt aus den Fenstern fressen. Klassiker.

    In meinem jugendlichen Stammcafe konnten wir uns übrigens Bierkisten ausborgen und am Montag zurückbringen. So viel Umsatz haben wir dort gemacht.
    Wurden ebenfalls (meistens) nicht ausgetrunken.

    • chefgue

      Haha, wir bekamen vom Chef unseres Stammlokals in Graz damals irgendwann – wenn nur mehr unsere Gruppe da war und er müde war und schlafen gehen wollte – den Schlüssel, mit der Bitte zuzusperren, wenn wir gehen.
      Die Getränke sollten wir halt aufschreiben und das nächste Mal zahlen.
      Klappte auch immer reibungslos. Wir sind ja vertrauenswürdige Mitbürger.

      War logischerweise aber nicht das Lokal, wo wir ständig rausgeflogen sind ;-)

  2. Yazmin

    Was ich ja jetzt mal gern wissen möchte würde: Gab es da das, was man ein Trinkgeld nennen könnte? Also nicht etwa nur eine Aufrundung?

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